LED-Straßenbeleuchtung: Klassen nach DIN EN 13201, Mastabstand und Einsparung

LED-Straßenbeleuchtung: Klassen nach DIN EN 13201, Mastabstand und Einsparung

LED-Straßenbeleuchtung für Kommunen und Betriebe: Klassen nach DIN EN 13201, Masthöhe und Abstand, Lichtfarbe und Insektenschutz, Nachtabsenkung und Einsparung.

4 Min. Lesezeit Von den Lichtplanern bei ClightstoreAktualisiert 21.10.2026

Straßenbeleuchtung ist für viele Kommunen einer der größten Stromverbraucher, und gleichzeitig eine Frage der Verkehrssicherheit. Die Umstellung alter Natrium- oder Quecksilberdampfleuchten auf LED spart typischerweise 50–70%, und mit Nachtabsenkung noch mehr. Dieser Ratgeber erklärt die Beleuchtungsklassen nach DIN EN 13201, Masthöhen und Abstände sowie worauf Kommunen und Betriebe bei der Auswahl achten sollten.

Kurz erklärt
  • DIN EN 13201 teilt Straßen in Klassen ein: M für Kfz-Verkehr (Leuchtdichte), C für Konfliktzonen, P für Fuß- und Radwege sowie Anliegerstraßen.
  • Anliegerstraßen und Wege (P-Klassen): je nach Nutzung etwa 2 bis 15 Lux.
  • Wohnstraßen typisch 4–6 m Masthöhe, Hauptstraßen 8–10 m.
  • 3000K oder wärmer wird in Wohngebieten zunehmend Standard, wegen Anwohnern und Insektenschutz.
  • Bestehende Masten lassen sich fast immer weiterverwenden: LED-Leuchten passen auf übliche Mastzöpfe mit 60 mm.

Beleuchtungsklassen nach DIN EN 13201

KlasseAnwendungBewertungsgröße
M1–M6Straßen mit motorisiertem Verkehr, mittlere bis hohe GeschwindigkeitLeuchtdichte auf der Fahrbahn (cd/m²)
C0–C5Konfliktzonen: Kreuzungen, Kreisverkehre, FußgängerüberwegeBeleuchtungsstärke (Lux)
P1–P6Fuß- und Radwege, Anliegerstraßen, Parkplätze in WohngebietenBeleuchtungsstärke (Lux)

Für die P-Klassen gelten mittlere Beleuchtungsstärken von rund 15 Lux (P1) über 10, 7,5, 5 und 3 bis 2 Lux (P6). Welche Klasse gilt, hängt von Verkehrsaufkommen, Geschwindigkeit, Umgebungshelligkeit und Kriminalitätsrisiko ab und wird von der Kommune bzw. dem Planer festgelegt.

LED-Straßenleuchte mit Tageslichtsensor und 60-mm-Mastansatz
LED-Straßenleuchte mit Tageslichtsensor: schaltet automatisch in der Dämmerung und passt auf den üblichen 60-mm-Mastzopf.

Masthöhe, Abstand und Leistung

StraßentypMasthöheMastabstandLED-Leistung
Fuß- und Radweg, Parkweg3–5 m15–25 m20–40W
Anlieger- und Wohnstraße4–6 m20–30 m30–60W
Sammelstraße, Gewerbegebiet6–8 m25–35 m60–100W
Hauptverkehrsstraße8–10 m30–40 m100–200W

Die Werte sind Orientierung. Für normgerechte Planung wird jede Straße mit Leuchtdichte bzw. Beleuchtungsstärke und Gleichmäßigkeit berechnet, was wir kostenlos in DIALux übernehmen.

LED-Straßenleuchten

Lichtfarbe, Insektenschutz und Lichtverschmutzung

Neutralweißes Licht (4000K) verbessert Kontrast und Farberkennung. In Wohngebieten, an Gewässern und in Naturschutznähe fordern Kommunen und Landesrecht zunehmend 3000K oder wärmer, weil kurzwelliges Licht Insekten anlockt und Anwohner stört. Wichtig ist außerdem, dass kein Licht nach oben abgestrahlt wird: moderne LED-Straßenleuchten mit flachem Glas strahlen praktisch ausschließlich nach unten.

Steuerung: Nachtabsenkung und Sensoren

  • Tageslichtsensor: Schaltet in der Dämmerung, ohne zentrale Steuerung.
  • Nachtabsenkung: Treiber mit Zeitprofil dimmen nachts automatisch auf 50% oder weniger.
  • Bewegungsabhängig: Auf Wegen mit wenig Verkehr fährt die Leuchte nur bei Annäherung hoch.

Mehr zu Dimmsystemen im Ratgeber 0-10V, 1-10V und TRIAC.

Rechenbeispiel: Gemeinde mit 500 Lichtpunkten

500 Natriumdampfleuchten mit 70W (ca. 85W mit Vorschaltgerät), 4.100 Betriebsstunden pro Jahr, 0,30 €/kWh. Ersatz durch 30W LED-Leuchten mit Nachtabsenkung (im Mittel 75% Leistung):

  • Alt: 500 × 85W × 4.100 h = 174.250 kWh, rund 52.300 € pro Jahr
  • Neu: 500 × 30W × 0,75 × 4.100 h = 46.125 kWh, rund 13.800 € pro Jahr
  • Ersparnis rund 38.500 € pro Jahr, dazu weniger Wartung

Für Kommunen gibt es Förderprogramme für die Umrüstung der Außenbeleuchtung. Den Weg zur eigenen Berechnung zeigt LED-Amortisationszeit berechnen. Für Parkplätze gilt ein eigener Ratgeber: Parkplatzbeleuchtung.

Häufige Fragen

Wie hell muss eine Wohnstraße beleuchtet sein?

Wohn- und Anliegerstraßen fallen meist in die P-Klassen der DIN EN 13201 mit rund 3 bis 10 Lux mittlerer Beleuchtungsstärke, je nach Verkehr und Umgebung.

Kann ich LED-Straßenleuchten auf vorhandene Masten setzen?

Ja, in den meisten Fällen. Die Leuchten passen auf übliche Mastzöpfe mit 60 mm Durchmesser und sind leichter als alte Leuchten.

Welche Lichtfarbe für Straßenbeleuchtung?

3000K in Wohngebieten und naturnahen Bereichen, 4000K an Hauptstraßen und in Gewerbegebieten.

Wie viel spart LED-Straßenbeleuchtung?

Gegenüber Natrium- oder Quecksilberdampf typischerweise 50–70%, mit Nachtabsenkung noch einmal 20–30%.

Gibt es Förderung für Kommunen?

Ja, für die Sanierung der Außen- und Straßenbeleuchtung gibt es Förderprogramme. Die Konditionen ändern sich regelmäßig; ein Antrag muss meist vor der Auftragsvergabe gestellt werden.

Straßen- oder Wegebeleuchtung umrüsten?

Schicken Sie uns Straßenplan, Masthöhen und Abstände. Wir erstellen eine kostenlose Lichtberechnung nach DIN EN 13201 und ein unverbindliches Angebot mit Direktimportpreisen, die 2- bis 4-mal unter vergleichbaren Markenprodukten liegen.

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