Tiefgaragenbeleuchtung: Lux-Werte, Anordnung und Sensoren

Tiefgaragenbeleuchtung: Lux-Werte, Anordnung und Sensoren

So beleuchten Sie Tiefgaragen und Parkhäuser: Lux-Werte für Fahrwege, Stellplätze und Einfahrten, Leuchtenanordnung, IP65/IK08-Feuchtraumleuchten, Sensoren und ein Rechenbeispiel.

4 Min. Lesezeit Von den Lichtplanern bei ClightstoreAktualisiert 21.10.2026

Tiefgaragen und Parkhäuser sind oft rund um die Uhr beleuchtet, und genau deshalb gehören sie zu den Bereichen, in denen sich LED am schnellsten bezahlt macht. Gleichzeitig entscheidet gutes Licht darüber, ob sich Nutzer sicher fühlen, ob Kameras etwas erkennen und ob Fahrer an der Einfahrt nicht geblendet ins Dunkle fahren.

Kurz erklärt
  • Fahrwege und Stellplätze: rund 75 Lux, Ein- und Ausfahrten tagsüber rund 300 Lux, nachts rund 75 Lux.
  • Die Einfahrt braucht eine Übergangszone, damit das Auge sich vom Tageslicht an die Garage gewöhnen kann.
  • Feuchtraumleuchten IP65 mit IK08 oder höher sind Standard: Feuchtigkeit, Abgase und gelegentliche Stöße.
  • Sensoren sparen am meisten: Leuchten dimmen auf 10–30%, bis jemand kommt.
  • Helle Wände und Decken verbessern das Sicherheitsgefühl stärker als zusätzliche Lux auf dem Boden.

Wie viel Lux braucht eine Tiefgarage?

BereichBeleuchtungsstärkeHinweis
Fahrwegeca. 75 LuxGleichmäßig, ohne dunkle Inseln
Stellplätzeca. 75 LuxLicht auch zwischen die Fahrzeuge
Ein- und Ausfahrt (Tag)ca. 300 LuxÜbergang vom Tageslicht
Ein- und Ausfahrt (Nacht)ca. 75 LuxKein Blendeffekt nach außen
Kassen, Treppenhäuser, Aufzugsvorräumeca. 150–300 LuxHier halten sich Menschen auf

Die Werte orientieren sich an DIN EN 12464-1. Für Rettungswege gelten zusätzlich die Anforderungen der Sicherheitsbeleuchtung (siehe Notbeleuchtung: Pflicht und Prüfung).

Tiefgarage mit Leuchten über Fahrweg und Stellplätzen
Tiefgarage: Leuchtenreihen über den Fahrwegen und helle Decken sorgen für gleichmäßiges Licht und ein besseres Sicherheitsgefühl.

Leuchtenanordnung

  • Reihen entlang der Fahrwege: Lineare Leuchten quer oder längs zur Fahrtrichtung, so dass auch die Stellplätze zwischen den Fahrzeugen Licht bekommen.
  • Nicht nur über die Fahrbahn: Wer nur die Fahrspur beleuchtet, lässt Fußgänger zwischen geparkten Autos im Dunkeln.
  • Einfahrt stufenweise heller: Am Tag eine helle Zone direkt hinter der Einfahrt, danach abnehmend.
  • Stützen und Wände einbeziehen: Helle Wände reflektieren Licht und machen Gesichter erkennbar.

Welche Leuchten?

Bewährt haben sich LED-Feuchtraumleuchten mit IP65 und mindestens IK08: Kondenswasser, Abgase, Reinigung mit Wasser und gelegentliche Stöße von Fahrzeugen oder Leitern gehören zum Alltag. Wer alte Leuchtstoff-Feuchtraumleuchten mit Starter hat, kann diese oft mit LED-Röhren weiterbetreiben (siehe Leuchtstoffröhre durch LED ersetzen). Mehr zu Schutzarten im Ratgeber IK-Schutzgrad erklärt.

Leuchten für Tiefgaragen

Sensoren: der größte Hebel

In vielen Garagen ist nachts und tagsüber über Stunden niemand unterwegs. Mit Bewegungs- oder Radarsensoren laufen die Leuchten gedimmt auf 10–30% und schalten bei Bewegung auf 100%, entweder einzeln oder als Gruppe entlang des Fahrwegs. Das spart gegenüber Dauerlicht oft 50–70% zusätzlich zur LED-Einsparung, ohne dass es je dunkel wird. LED-Röhren mit integriertem Sensor sind die einfachste Nachrüstung.

Rechenbeispiel

Tiefgarage mit 80 Leuchtstoffleuchten 1 × 58W (ca. 70W mit KVG), 24/7 in Betrieb (8.760 h), 0,28 €/kWh. Ersatz durch 80 LED-Leuchten à 40W mit Sensor, im Mittel 40% Leistung:

  • Alt: 80 × 70W × 8.760 h = 49.056 kWh, rund 13.700 € pro Jahr
  • Neu: 80 × 40W × 0,4 × 8.760 h = 11.213 kWh, rund 3.140 € pro Jahr
  • Ersparnis rund 10.600 € pro Jahr

Mit Ihren eigenen Werten: LED-Amortisationszeit berechnen.

Häufige Fragen

Wie viel Lux braucht eine Tiefgarage?

Für Fahrwege und Stellplätze rund 75 Lux, für Ein- und Ausfahrten tagsüber rund 300 Lux, in Kassen- und Aufzugsbereichen 150–300 Lux.

Welche Schutzart brauchen Leuchten in der Tiefgarage?

IP65 gegen Feuchtigkeit und Reinigungswasser sowie mindestens IK08 gegen Stöße. In Bereichen mit Vandalismusrisiko IK10.

Lohnen sich Bewegungsmelder in der Garage?

Ja, in kaum einem Bereich mehr. Gedimmtes Grundlicht mit Hochschalten bei Bewegung spart oft mehr als die Hälfte des Verbrauchs.

Welche Lichtfarbe ist für Tiefgaragen sinnvoll?

4000K neutralweiß: gute Erkennbarkeit für Menschen und Kameras, wirkt sauber und hell.

Braucht eine Tiefgarage Notbeleuchtung?

Ja. Garagen zählen in den meisten Bauordnungen zu den Bereichen mit Sicherheitsbeleuchtung für Rettungswege und Ausgänge.

Tiefgarage oder Parkhaus umrüsten?

Schicken Sie uns Grundriss, Anzahl der Leuchten und Betriebszeiten. Wir erstellen eine kostenlose DIALux-Lichtplanung mit Sensorkonzept und ein unverbindliches Angebot mit Direktimportpreisen, die 2- bis 4-mal unter vergleichbaren Markenprodukten liegen.

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Titelbild: Canley, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 4.0.