
Symmetrische vs. asymmetrische Lichtverteilung bei LED: Ratgeber
Wann brauchen Sie symmetrische, wann asymmetrische Lichtverteilung? Dieser Ratgeber erklärt Unterschiede, Normen und gibt eine klare Entscheidungshilfe für Planer und Einkäufer.
Symmetrische Lichtverteilung strahlt gleichmäßig in alle Richtungen ab – ideal für Deckenmitten-Montage in Hallen und Lagern. Asymmetrische Lichtverteilung lenkt das Licht gezielt in eine Richtung – unverzichtbar bei Wandmontage, Mastleuchten, Fassaden und Sportanlagen. Die richtige Wahl senkt den Energieverbrauch, erfüllt Normanforderungen und verhindert Blendung.
- Symmetrische Lichtverteilung eignet sich für Deckenmitten-Montage in Hallen, Lagern und Büros (DIN EN 12464-1).
- Asymmetrische Lichtverteilung ist Standard bei Mastleuchten, Wandstrahlern, Sportplätzen und Straßenbeleuchtung (DIN EN 12193, DIN EN 13201).
- Die Lichtstärkeverteilungskurve (LVK) zeigt sofort, ob eine Leuchte symmetrisch oder asymmetrisch abstrahlt.
- Asymmetrische Leuchten vermeiden Streulicht in ungenutzte Richtungen und steigern so die Energieeffizienz messbar.
- Montagelage, Lux-Ziel und Norm-Anforderung bestimmen gemeinsam, welcher Verteilungstyp der richtige ist.
Was bedeutet Lichtverteilung bei LED-Leuchten?
Der Begriff Lichtverteilung beschreibt, wie eine Leuchte ihre Lichtstärke räumlich abgibt. Er ist nicht dasselbe wie der Abstrahlwinkel: Der Abstrahlwinkel gibt an, wie breit oder eng das Licht austritt. Die Lichtverteilung beschreibt zusätzlich, ob diese Abstrahlung in alle Richtungen gleich stark oder bewusst in eine Richtung gelenkt erfolgt.
Sichtbar wird die Lichtverteilung in der Lichtstärkeverteilungskurve (LVK), auch Polarkurve genannt. Sie ist Bestandteil jedes professionellen Leuchtendatenblatts und Grundlage jeder DIALux-Simulation. Wer eine LVK lesen kann, trifft fundierte Planungsentscheidungen – ohne Überraschungen auf der Baustelle.
Wie lese ich eine LVK?
Die LVK stellt die Lichtstärke (in Candela, cd) in einem Polardiagramm dar. Die Leuchte befindet sich im Mittelpunkt. Symmetrische Leuchten zeigen in mehreren Schnittebenen nahezu identische Kurven – die Kurve ist links und rechts der Mittelachse spiegelgleich. Asymmetrische Leuchten weisen in mindestens einer Ebene eine deutlich unterschiedliche Kurve auf: Das Licht wird stärker in eine Richtung gelenkt, während die Gegenseite wenig oder kein Licht erhält.
Für die Planung gilt: Immer die LVK-Datei (IES oder LDT) beim Hersteller anfordern und in DIALux importieren. Clightstore stellt diese Dateien für alle Produkte kostenlos zur Verfügung.
Symmetrische Lichtverteilung: Merkmale und Einsatz
Bei symmetrischer Lichtverteilung ist die Lichtstärke rotationssymmetrisch oder zumindest in zwei Hauptebenen gleich. Das Licht verteilt sich kegelförmig gleichmäßig nach unten und zur Seite. Typische Abstrahlwinkel liegen zwischen 60° und 120°.
Diese Verteilung ist die erste Wahl, wenn die Leuchte mittig über der zu beleuchtenden Fläche montiert wird. Sie erzeugt hohe Gleichmäßigkeit (U₀) ohne aufwändige Ausrichtung. Für Hochregallager, Produktionshallen und Montagebereiche sind LED Hallenstrahler mit symmetrischer Abstrahlung die Standardlösung.
Typische Anwendungen symmetrischer Lichtverteilung
- Lagerhallen und Logistikzentren (Deckenmitten-Montage)
- Produktions- und Montagehallen
- Büros und Verwaltungsgebäude (LED Panels)
- Parkhäuser mit Deckeneinbau
- Supermärkte und Verkaufsflächen
Asymmetrische Lichtverteilung: Merkmale und Einsatz
Asymmetrische Lichtverteilung entsteht durch speziell geformte Reflektoren, Prismen oder Freiformlinsen, die den Lichtstrom gezielt in eine Richtung lenken. Die LVK zeigt in einer Ebene eine deutlich weiter reichende Kurve als in der Gegenrichtung. Rückwärtiges Streulicht wird auf ein Minimum reduziert.
Diese Verteilung ist immer dann sinnvoll, wenn die Leuchte nicht mittig über der Nutzfläche montiert werden kann oder wenn Blendung des Gegenverkehrs, der Zuschauer oder der Anwohner vermieden werden muss. Bei Mastleuchten für Sportplätze, Straßenleuchten und Wandstrahlern für Fassaden ist asymmetrische Abstrahlung technisch notwendig.
Typische Anwendungen asymmetrischer Lichtverteilung
- Sportplätze und Stadien (Mastmontage seitlich der Spielfläche)
- Straßen- und Wegebeleuchtung
- Fassaden- und Gebäudebeleuchtung
- Betriebsgelände und Außenparkplätze
- Wandmontierte Strahler in Lagerhallen (Seitenwände)
Vergleichstabelle: Symmetrisch vs. asymmetrisch auf einen Blick
| Merkmal | Symmetrische Lichtverteilung | Asymmetrische Lichtverteilung |
|---|---|---|
| LVK-Form | Spiegelgleich in allen Ebenen | Stark unterschiedlich je nach Ebene |
| Typische Montagelage | Deckenmitte über der Nutzfläche | Wand, Mast, seitlich versetzt |
| Ausrichtung erforderlich | Nein | Ja, präzise Ausrichtung nötig |
| Streulicht | Gleichmäßig nach allen Seiten | Minimal in Gegenrichtung |
| Blendungsrisiko | Abhängig von Abschirmwinkel | Gering bei korrekter Ausrichtung |
| Energieeffizienz | Gut bei zentraler Montage | Höher bei seitlicher Montage |
| Typische Produkte | Hallenstrahler, Panels, Downlights | Fluter, Mastleuchten, Straßenleuchten |
| Relevante Normen | DIN EN 12464-1 | DIN EN 12193, DIN EN 13201 |
Entscheidungshilfe: Welche Lichtverteilung für welche Situation?
Die Montagelage ist der wichtigste Ausgangspunkt. Steht die Leuchte mittig über der Nutzfläche, ist symmetrische Verteilung fast immer die richtige Wahl. Ist die Leuchte seitlich versetzt, an einer Wand oder auf einem Mast montiert, brauchen Sie asymmetrische Abstrahlung – sonst geht ein erheblicher Teil des Lichtstroms in ungenutzte Richtungen verloren.
| Anwendung | Montagelage | Empfohlene Verteilung | Lux-Richtwert (Wartungswert Em) | Norm |
|---|---|---|---|---|
| Lagerhalle | Deckenmitte | Symmetrisch (60°–90°) | ≥ 200 lx, U₀ ≥ 0,6 | DIN EN 12464-1 |
| Produktionshalle | Deckenmitte | Symmetrisch (90°–120°) | 300–500 lx, U₀ ≥ 0,6 | DIN EN 12464-1 |
| Büro / Schreibtisch | Decke, Raster | Symmetrisch, UGR ≤ 19 | ≥ 500 lx, U₀ ≥ 0,6 | DIN EN 12464-1 |
| Sportplatz (Fußball) | Mast seitlich | Asymmetrisch | 200–750 lx (je Klasse) | DIN EN 12193 |
| Straße / Weg | Mast seitlich | Asymmetrisch | Klasse M/C/P | DIN EN 13201 |
| Fassade / Außengelände | Wand oder Mast | Asymmetrisch | ≥ 20–50 lx (Orientierung) | DIN EN 12464-2 |
| Parkhaus (Decke) | Deckenmitte | Symmetrisch (120°) | ≥ 75 lx | DIN EN 12464-1 |
Detaillierte Lux-Richtwerte für alle Arbeitsbereiche finden Sie in unserem Ratgeber Wie viel Lux braucht man?. Für Sportanlagen empfehlen wir zusätzlich den Artikel Lichtverteilung auf Sportfeldern: Normen & Planung.
Normen im Überblick: Was schreibt die Vorschrift vor?
DIN EN 12464-1:2021-11 – Arbeitsstätten Innenräume
Diese Norm legt Anforderungen an Beleuchtungsqualität und -quantität für Innenarbeitsplätze fest. Sie fordert neben Mindest-Wartungsbeleuchtungsstärken (z. B. Em = 500 lx für Bürotätigkeiten) auch eine Mindestgleichmäßigkeit U₀ ≥ 0,6 im Aufgabenbereich. Für die Lichtverteilung relevant: Der Mindestabschirmwinkel beträgt bei Leuchtdichten von 20.000–50.000 cd/m² mindestens 15°, bei 50.000–500.000 cd/m² mindestens 20°. Symmetrische Hallenstrahler mit breitem Abstrahlwinkel erfüllen diese Anforderungen bei korrekter Montagehöhe in der Regel problemlos.
DIN EN 12193 – Sportplatzbeleuchtung
Die Norm definiert Beleuchtungsklassen für verschiedene Sportarten und Wettkampfniveaus. Da Masten immer seitlich der Spielfläche stehen, ist asymmetrische Lichtverteilung hier technisch notwendig. Nur so lässt sich das Licht auf das Spielfeld lenken, ohne Sportler oder Zuschauer zu blenden. Mehr dazu in unserem Ratgeber Wie viel Lux braucht ein Fußballfeld?. Passende Produkte finden Sie in unserer Kategorie LED Sportplatzbeleuchtung.
DIN EN 13201 – Straßenbeleuchtung
Für Straßen und Wege schreibt die Norm Beleuchtungsklassen (M, C, P) vor. Asymmetrische Abstrahlung ist hier Standard, um Blendung des Gegenverkehrs zu vermeiden und den Lichtstrom auf die Fahrbahn zu konzentrieren. LED Straßenleuchten sind konstruktiv auf diese Anforderung ausgelegt.
Energieeffizienz: Warum asymmetrische Leuchten bei seitlicher Montage effizienter sind
Eine symmetrische Leuchte, die an einer Wand montiert wird, strahlt einen erheblichen Teil ihres Lichtstroms zurück in die Wand oder nach oben – beides ist Verlust. Eine asymmetrische Leuchte lenkt denselben Lichtstrom gezielt auf die Nutzfläche. Das Ergebnis: mehr Lux pro Watt auf der Arbeitsfläche, ohne mehr Energie zu verbrauchen.
Dieser Effizienzgewinn ist messtechnisch nachweisbar. Bei einer symmetrischen Leuchte an einer Wand kann ein erheblicher Anteil des Lichtstroms – je nach Montagesituation bis zu 20–30 % – auf nicht genutzte Flächen entfallen. Eine asymmetrische Variante gleicher Leistung erzielt auf der Zielfläche entsprechend höhere Beleuchtungsstärken. Wie sich das auf die Amortisationszeit auswirkt, zeigt unser Ratgeber LED Amortisationszeit berechnen.
UGR und Blendung: Was hat die Lichtverteilung damit zu tun?
Der UGR-Wert (Unified Glare Rating) beschreibt das Blendungsempfinden an Arbeitsplätzen. Er hängt direkt von der Lichtverteilung ab: Leuchten mit hoher Leuchtdichte in Blickrichtung erzeugen hohe UGR-Werte. Symmetrische Leuchten mit breitem Abstrahlwinkel und geringem Abschirmwinkel können in Büros problematisch sein (UGR > 19). Asymmetrische Leuchten, die das Licht gezielt nach unten oder zur Seite lenken, reduzieren die Leuchtdichte in Blickrichtung und damit den UGR-Wert.
Für Bildschirmarbeitsplätze gibt DIN EN 12464-1 einen Grenzwert von UGR ≤ 19 vor. Mehr dazu in unserem Ratgeber UGR-Wert erklärt: Blendungsbegrenzung in der Praxis.
LED Hallenstrahler für symmetrische Lichtverteilung
Für Lagerhallen, Produktionsstätten und Logistikzentren mit Deckenmitten-Montage empfehlen wir diese bewährten LED Hallenstrahler mit symmetrischer Abstrahlung, hoher Effizienz und bis zu 5 Jahren Garantie:
LED Fluter für asymmetrische Lichtverteilung
Für Außenanlagen, Sportplätze, Fassaden und Mastmontage bieten unsere LED Fluter mit asymmetrischer Abstrahlung, IP66-Schutz und bis zu 5 Jahren Garantie die richtige Lösung:
Hinweis zur Montage und elektrischen Installation
Die Montage und der elektrische Anschluss von LED-Leuchten an 230V- oder 400V-Netzen darf ausschließlich durch eine zugelassene Elektrofachkraft erfolgen. Es gelten DIN VDE 0100, DGUV Vorschrift 3 sowie die fünf Sicherheitsregeln der Elektrotechnik. Dieser Ratgeber dient der Planungsunterstützung und ersetzt keine fachgerechte Elektroinstallation.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Abstrahlwinkel und Lichtverteilung?
Der Abstrahlwinkel gibt an, wie breit oder eng das Licht aus einer Leuchte austritt – gemessen als Winkel, innerhalb dessen mindestens 50 % der maximalen Lichtstärke erreicht werden. Die Lichtverteilung beschreibt zusätzlich, ob diese Abstrahlung in alle Richtungen gleich stark (symmetrisch) oder bewusst in eine Richtung gelenkt (asymmetrisch) erfolgt. Eine Leuchte kann einen breiten Abstrahlwinkel haben und trotzdem asymmetrisch verteilen.
Wann ist asymmetrische Lichtverteilung sinnvoll?
Asymmetrische Lichtverteilung ist immer dann sinnvoll, wenn die Leuchte nicht mittig über der Nutzfläche montiert werden kann: bei Mastleuchten für Sportplätze und Straßen, bei Wandstrahlern für Fassaden und Betriebsgelände sowie bei Flutlichtern für Außenparkplätze. Sie verhindert Streulicht in ungenutzte Richtungen und reduziert Blendung für Anwohner, Gegenverkehr oder Sportler.
Wie erkenne ich in der LVK, ob eine Leuchte asymmetrisch abstrahlt?
In der Lichtstärkeverteilungskurve (LVK) zeigt eine symmetrische Leuchte in allen Schnittebenen nahezu identische, spiegelgleiche Kurven. Eine asymmetrische Leuchte weist in mindestens einer Ebene eine deutlich unterschiedliche Kurve auf: Die Kurve reicht auf einer Seite weiter aus als auf der anderen. Fordern Sie immer die IES- oder LDT-Datei an und importieren Sie diese in DIALux, um die tatsächliche Lichtverteilung zu simulieren.
Welche Lichtverteilung brauche ich für eine Lagerhalle?
Für Lagerhallen mit Deckenmitten-Montage ist symmetrische Lichtverteilung die richtige Wahl. Ein Abstrahlwinkel von 60°–90° eignet sich für hohe Hallen (ab 8 m), 90°–120° für niedrigere Hallen. DIN EN 12464-1 fordert einen Wartungswert Em von mindestens 200 lx und eine Gleichmäßigkeit U₀ ≥ 0,6. Mehr dazu in unserem Ratgeber Lagerhallen-Beleuchtung: LED-Ratgeber.
Welche Norm gilt für Sportplatzbeleuchtung und welche Lichtverteilung ist vorgeschrieben?
DIN EN 12193 regelt die Beleuchtung von Sportanlagen. Da Masten immer seitlich der Spielfläche stehen, ist asymmetrische Lichtverteilung technisch notwendig. Die Norm definiert Beleuchtungsklassen mit spezifischen Lux- und Gleichmäßigkeitswerten je nach Sportart und Wettkampfniveau. Für Fußball, Tennis, Basketball und Padel gibt es jeweils eigene Anforderungen.
Beeinflusst die Lichtverteilung den UGR-Wert?
Ja, direkt. Leuchten mit hoher Leuchtdichte in Blickrichtung erzeugen hohe UGR-Werte. Asymmetrische Leuchten, die das Licht gezielt nach unten oder zur Seite lenken, reduzieren die Leuchtdichte in Blickrichtung und damit den UGR-Wert. Für Bildschirmarbeitsplätze gibt DIN EN 12464-1 einen Grenzwert von UGR ≤ 19 vor. Symmetrische Leuchten mit breitem Abstrahlwinkel können diesen Wert ohne ausreichenden Abschirmwinkel überschreiten.
Kann ich eine asymmetrische Leuchte auch in einer Halle einsetzen?
Ja, aber nur bei seitlicher oder wandnaher Montage. Wenn Sie beispielsweise Regalgänge von der Seite beleuchten oder eine Hallenwand anstrahlen möchten, ist asymmetrische Abstrahlung effizienter. Bei zentraler Deckenmontage über der Nutzfläche ist symmetrische Verteilung in der Regel die bessere Wahl, da asymmetrische Leuchten hier einen Teil des Lichtstroms in ungenutzte Richtungen lenken würden.
Bietet Clightstore eine Lichtplanung mit DIALux an?
Ja. Clightstore bietet eine kostenlose DIALux-Lichtplanung für B2B-Projekte an. Auf Basis Ihrer Raummaße, Montagehöhe, Lux-Ziele und Normanforderungen erstellen wir eine professionelle Simulation mit LVK-Auswertung und Produktempfehlung. Fordern Sie Ihre kostenlose Lichtplanung über das Kontaktformular an.
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