
Tennisplatzbeleuchtung: Lux-Werte, Mastanordnung und LED-Planung
So beleuchten Sie Tennisplatz und Tennishalle richtig: Klassen nach DIN EN 12193, Mastposition, asymmetrische Optik, Blendung, Lichtfarbe und Betriebskosten.
Eine gute Tennisbeleuchtung macht den Platz abends und im Winter nutzbar, ohne dass Spieler geblendet werden oder der Ball im Schatten verschwindet. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Beleuchtungsklasse nach DIN EN 12193, die Position der Masten und eine Optik, die das Licht auf den Platz bringt statt in die Nachbarschaft.
- Außenplatz: Klasse III (Freizeit, Schule) ca. 200 Lux, Klasse II (Training, Vereinswettkampf) ca. 300 Lux, Klasse I (Spitzenwettkampf) ca. 500 Lux.
- Tennishalle: Klasse III ca. 300 Lux, Klasse II ca. 500 Lux, Klasse I ca. 750 Lux.
- Masten gehören an die Längsseiten, nie hinter die Grundlinie, sonst blicken Spieler beim Aufschlag direkt ins Licht.
- Üblich sind 4 oder 6 Masten pro Platz mit 8–10 m Höhe und asymmetrischen Flutern.
- Gleichmäßigkeit ist wichtiger als maximale Helligkeit: dunkle Ecken sind beim Tennis sofort spürbar.
Beleuchtungsklassen nach DIN EN 12193
Die DIN EN 12193 teilt Sportanlagen in drei Klassen ein, abhängig vom Spielniveau. Die folgenden Werte sind die üblichen Richtwerte für Tennis; maßgeblich ist der Wartungswert, also die Beleuchtungsstärke, die auch nach Jahren noch erreicht wird.
| Klasse | Nutzung | Außenplatz | Tennishalle | Gleichmäßigkeit |
|---|---|---|---|---|
| III | Freizeit, Schulsport, Training einfach | ca. 200 Lux | ca. 300 Lux | ca. 0,5–0,6 |
| II | Leistungstraining, regionale Wettkämpfe | ca. 300 Lux | ca. 500 Lux | ca. 0,7 |
| I | Nationale und internationale Wettkämpfe | ca. 500 Lux | ca. 750 Lux | ca. 0,7 |
Die meisten Vereinsplätze kommen mit Klasse III oder II aus. Wer auf dem Platz auch Medenspiele unter Flutlicht austragen will, sollte Klasse II einplanen. Für Hallen mit TV-Aufnahmen gelten zusätzlich Anforderungen an die vertikale Beleuchtung und Flimmerfreiheit. Wie Lichtverteilung und Gleichmäßigkeit auf Sportflächen geplant werden, erklärt der Ratgeber Lichtverteilung auf Sportfeldern.
Mastanordnung: wo das Licht hingehört
Ein Tennisplatz einschließlich Auslauf misst rund 36 × 18 m. Die Leuchten werden an den Längsseiten montiert und strahlen schräg auf das Spielfeld. Hinter den Grundlinien haben Leuchten nichts zu suchen: Beim Aufschlag und bei hohen Bällen schaut der Spieler genau in diese Richtung.
| Anordnung | Masten pro Platz | Typische Höhe | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| 4 Masten (je 2 pro Längsseite) | 4 | 8–10 m | Klasse III, Freizeitplätze |
| 6 Masten (je 3 pro Längsseite) | 6 | 8 m | Klasse II, gleichmäßigere Ausleuchtung |
| Gemeinsame Mittelmasten bei Doppelplätzen | 3 pro Platz | 9–10 m | Mehrere Plätze nebeneinander, spart Masten |
Faustregel für die Leistung: Für Klasse III reichen pro Platz meist 6 Fluter mit 200–250W, für Klasse II braucht man entweder mehr Leuchten oder höhere Leistung. Die genaue Anzahl hängt von Masthöhe, Optik und Platzumgebung ab und wird per Lichtberechnung festgelegt.
Optik: asymmetrisch statt rund
Ein runder Fluter mit 60° streut Licht gleichmäßig in alle Richtungen, also auch nach oben und über den Zaun. Asymmetrische Optiken lenken das Licht flach auf das Spielfeld, bei waagerecht montiertem Gehäuse. Das hat drei Vorteile: weniger Blendung für die Spieler, weniger Streulicht für Nachbarn und mehr Licht dort, wo es gebraucht wird. Gerade in Wohngebieten ist das oft die Voraussetzung für die Genehmigung.
Für schmale Abstrahlungen wie bei hohen Masten oder langen Wurfweiten eignen sich enge Optiken (20–40°), für niedrige Masten nah am Platz breitere Optiken (60–90°).

LED-Leuchten für Tennisplätze
Tennishalle: worauf es drinnen ankommt
In der Halle ist das Hauptproblem die Blendung beim Blick nach oben. Bewährt haben sich lineare Leuchten in Reihen parallel zur Längsachse des Platzes, außerhalb der Spielfeldmitte. Einzelne runde Hallenstrahler direkt über dem Netz oder über der Grundlinie stören beim Aufschlag. Dazu kommen:
- Ballwurfsicherheit: Leuchten müssen Ballwürfen standhalten, mindestens IK08, besser IK10 oder ein Schutzgitter (siehe IK-Schutzgrad erklärt).
- Helle Decke: Ein Teil indirekten Lichts über die Decke reduziert harte Kontraste zwischen Leuchte und dunklem Hintergrund.
- Flimmerfreiheit: Bei schnellen Bällen fällt Flimmern als Stroboskopeffekt sofort auf. Markentreiber mit geringer Welligkeit sind hier Pflicht.
Für die Grundlagen der Hallenplanung, etwa Leuchtenanzahl und Abstand, lohnt der Ratgeber LED-Hallenbeleuchtung.
Lichtfarbe, Steuerung und Kosten
Für Tennis haben sich 5000K (tageslichtweiß) bewährt: Der gelbe Ball hebt sich gut vom Belag ab. Mit dimmbaren Treibern lässt sich derselbe Platz für Training auf Klasse III und für Wettkämpfe auf Klasse II fahren. Eine Zeitschaltung oder ein Münz- bzw. App-Zugang sorgt dafür, dass das Licht nur brennt, wenn wirklich gespielt wird.
Ein Rechenbeispiel: 6 Leuchten à 250W statt 6 × 1.000W Halogen-Metalldampf sparen pro Stunde 4,5 kWh. Bei 800 Flutlichtstunden im Jahr und 0,30 €/kWh sind das rund 1.080 € pro Platz und Jahr. Mit eigenen Zahlen rechnen Sie im Ratgeber LED-Amortisationszeit berechnen.
Häufige Fehler bei der Tennisbeleuchtung
- Leuchten hinter der Grundlinie: Blendet beim Aufschlag. Masten an die Längsseiten.
- Zu niedrige Masten: Unter 8 m werden die Winkel flach und die Blendung steigt.
- Runde 120°-Fluter: Viel Licht landet außerhalb des Platzes, die Gleichmäßigkeit leidet.
- Nur auf Lux schauen: 300 Lux mit dunklen Ecken spielen sich schlechter als 250 Lux gleichmäßig verteilt.
- Nachbarschaft vergessen: Streulicht kann Genehmigung und Vereinsfrieden kosten. Asymmetrische Optik von Anfang an einplanen.
Häufige Fragen
Wie viel Lux braucht ein Tennisplatz?
Für Freizeit und Schulsport (Klasse III) rund 200 Lux im Außenbereich, für Training und Vereinswettkämpfe (Klasse II) rund 300 Lux, für Spitzenwettkämpfe (Klasse I) rund 500 Lux. In der Halle liegen die Werte höher: etwa 300, 500 und 750 Lux.
Wie viele Flutlichtmasten braucht ein Tennisplatz?
Üblich sind 4 Masten (je 2 pro Längsseite) für Freizeitplätze und 6 Masten für eine gleichmäßigere Ausleuchtung. Bei mehreren Plätzen nebeneinander können Mittelmasten zwei Plätze gleichzeitig beleuchten.
Wie hoch sollten die Masten sein?
In der Regel 8 bis 10 m. Niedrigere Masten führen zu flachen Einstrahlwinkeln und mehr Blendung, höhere Masten erhöhen Kosten und Fundamentaufwand.
Welche Lichtfarbe ist für Tennis am besten?
5000K tageslichtweiß hat sich bewährt, weil der Ball damit kontrastreich und farbecht erscheint. 4000K ist ebenfalls möglich, wärmere Lichtfarben sind für Sport nicht zu empfehlen.
Kann ich meine alten Fluter einfach durch LED ersetzen?
Meist ja, wenn Masten und Zuleitung in Ordnung sind. LED-Fluter sind leichter als alte Halogen-Metalldampfstrahler, die Masttragfähigkeit ist also selten ein Problem. Ausrichtung und Optik sollten aber neu geplant werden, damit die Gleichmäßigkeit stimmt.
Gilt das auch für Padel?
Die Prinzipien sind ähnlich, die Werte und die Leuchtenposition unterscheiden sich wegen des kleineren Feldes und der Glaswände. Passende Leuchten finden Sie unter Padelplatzbeleuchtung.
Schicken Sie uns Anzahl der Plätze, gewünschte Klasse und vorhandene Masten. Wir erstellen eine kostenlose DIALux-Lichtberechnung mit Leuchtenanzahl, Ausrichtung und Gleichmäßigkeit sowie ein unverbindliches Angebot mit Direktimportpreisen, die 2- bis 4-mal unter vergleichbaren Markenprodukten liegen. 5 Jahre Garantie.
Lichtplanung anfordernTitelbild: Jordiferrer, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 4.0.








